„Short Dick Man“

War ja alles in allem sehr nett auf der Party der Antifa Bell gestern. Dennoch gibt es da einen Zwischenfall, der mich ziemlich angekotzt hat. Dabei handelt es sich um ein Lied, das der DJ gespielt hat. Den Track höre ich nicht das erste Mal auf einer linken Party, deshalb jetzt auch mal ein öffentliches Statement dazu. Eventuell schafft das ja zumindest bei manchen ein Bewusstsein, dass mensch als DJ nicht einfach alles auflegen kann, was gerade so ins Set passt.
Gespielt wurde der Track so zwischen 3 und 4 Uhr morgens, leider habe ich nicht herausfinden können, welcher DJ gerade aufgelegt hat. Titel des Liedes von „20 Fingers“ ist „Short Dick Man“. Nur zur Vorwarnung: So reaktionär wie der Titel anmutet ist das Lied auch. Im folgenden der Liedtext und eine Übersetzung der Zeilen im Anschluss:

Ah, ah
Ah, ah
Ah, ah, Ah, ah
Ah, ah
Ah, ah
Ah, ah, Ah, ah
Don‘t want no short dick man
Don‘t want no short dick man
Don‘t want no short dick man
Don‘t want no short dick man
Don‘t, don‘t, don‘t, don‘t, don‘t, don‘t
Don‘t, don‘t, don‘t, don‘t
Don‘t want, don‘t want, don‘t want, don‘t want
Don‘t want no short dick man
Don‘t want no short dick man
Iny weeny teeny weeny
Shriveled little short dick man
Don‘t want,Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want,Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want,Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want,Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want,Don‘t want,Don‘t want,
What in the world is that thing?
Do you need some tweezers to put that thing away
That has got to be the smallest dick
I‘ve ever seen in my whole life
I have ever seen in my whole life
Get the fuck outta here
Iny weeny teeny weeny
Shriveled little short dick man
Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want
Don‘t want
Don‘t want
Don‘t want
Don‘t want
Uh! Uh! Uh!
Uh! Uh! Uh!
Uh! Uh! Uh! Uh! Uh! Uh!
Uh! Uh! Uh!
Isn‘t that cute an extra belly button
You need to put your pants back on honey
Don‘t, don‘t, don‘t, don‘t, don‘t, don‘t
Don‘t, don‘t, don‘t, don‘t
Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want,Don‘t want,
Don‘t want no short dick man
Don‘t want no short dick man
Iny wee(x15)
Iny weeny teeny weeny
Shriveled little short dick man
Pobre, pobrecito
Que diablo eso
Pobre, pobreci, pobre procito
Que, que, que, que, que diablo eso
Don‘t (X36)

Don‘t want no short dick man – Ich will keinen Mann mit einem kleinen Schwanz
Shriveled little short dick man – Mann mit einem verschrumpelten, kleinen Schwanz
What in the world is that thing? – Was um alles in der Welt ist das?
Do you need some tweezers to put that thing away – Brauchst du eine Pinzette um das Ding wegzustecken?
That has got to be the smallest dick – Das muss der kleinste Schwanz sein
I‘ve ever seen in my whole life – den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe
Get the fuck outta here – Verpiss dich!
Isn‘t that cute an extra belly button – Wie süß, ein zweiter Bauchnabel
You need to put your pants back on honey – Zieh deine Hosen, wieder an Schatz

Eigentlich braucht mensch dazu nicht mehr viel zu sagen. In diesem Stück kommt so derart prägnant zum Ausdruck wie Heteronormativität als Zwangssystem funktioniert, dass es nur so scheppert. Hintergrund der Situation ist offensichtlich, dass die Sängerin des Liedes mit einem Typen Sex haben will. Doch als er sich auszieht findet sie heraus, dass ihr sein Penis zu klein ist. Die Reaktion kommt prompt: „Get the fuck outta here!“ (garniert mit einer Tirade an Hänseleien gegen den Mann mit dem zu kurzen Schwanz) Für die Sängerin ist offensichtlich klar: Spaß im Bett kann sie nur mit einem Mann (mit einer Frau schonmal sowieso nicht) mit großem Schwanz haben.
Wer Stimmungshits wie „Zwanzig Zentimeter, nie im Leben kleiner Peter“ schon zum Kotzen fand, dem wird hier erst recht übel. Wird in „Zwanzig Zentimeter“ zumindest noch konstatiert „In der Kürze liegt die Würze, doch ich mag es lang und dick“, was zumindest klarmacht, dass es sich hier um einen privaten Geschmack der Sängerin handelt, ist der Anspruch bei „Short Dick Man“ absolut. Wer keinen langen Schwanz hat ist kein richtiger Mann und zum sexuellen Abschuss freigegeben.
Während bei einem Lied, in dem ein Typ darüber rappt, dass eine Frau ihm zu kleine Brüste zum Ficken hat und sie deshalb verarscht und nach Hause schickt, direkt zum Skandal auf einer solchen Party führen würde, ist es umgekehrt anscheinend kein Problem. Zwar handelt es sich hier auf den ersten Blick um etwas ganz anderes, weil Frauen unter wesentlich mehr heterosexistischer Diskriminierung zu leiden haben als Männer. Letzten Endes ist es aber dasselbe Prinzip, nur konsequent fortgeführt. Der vergeschlechtlichte Idealkörper wird mit einer derart massiven sprachlichen Gewalt eingefordert, dass die Kotze beim minimal reflektierten Individuum schon den Hals hochkriecht.
Solche Lieder hören in der Regel Menschen, die immer noch ernsthaft glauben, dass Geschlechter biologische Tatsachen sind, die Penetration der Frau durch den Mann die einzig mögliche Form des Sex ist (denn warum sollte die Penisgröße sonst Relevanz haben) und dass die Qualität des Sex sich an der Größe des Penis bemisst; kurzum: die spießige, konservative und reaktionäre Mehrheitsgesellschaft.
Was das auf einer Antifa-Party zu suchen hat, bleibt das Geheimnis des DJs. Aber: „Unser Spaß sieht anders aus!“ (Egotronic)

Ergänzung: In einem anderen Lied der selben Band wird übrigens auch nochmal das lookistische Klischee ausgepackt. In „mr. personality“ beschimpft die Sängerin einen hässlichen Mann, der „Mr. Personality“ genannt wird. Der Aussage, dass es auf den Charakter einer Person ankomme, widerspricht die Sängerin hier: es kommt eben nur auf den Körper an und wenn der nicht den gängigen Schönheitsnormen entspricht (großer Schwanz kantiges Kinn, ausgeprägte Muskulatur, usw.), dann hat sie für den ensprechenden Mann eben nur Verachtung übrig. Eklig sowas.


27 Antworten auf “„Short Dick Man“”


  1. 1 tee 19. April 2009 um 14:20 Uhr

    hahaha, du bist süss.

    Admin: Wenn ich mal so fragen darf: Warum?

  2. 2 Muddi 21. April 2009 um 22:20 Uhr

    Anitideutsche haben eh kleine Pimmel. Komm zu Mutti heulen, Dan.

    Admin: Da zeigt sich natürlich wieder mal wie notwendig eine Kritik an dieser armseligen deutschen Linken ist… War ja aber auch irgendwie klar, dass so ein Kommentar nur jemand aus Frankfurt schreiben kann.

  3. 3 O)(O 25. April 2009 um 17:56 Uhr

    @Dan

    Das Lied ist heteronormativ… klar. Ob es sich lohnt sich darrüber aufzuregen, ist eine andere Frage. Mir sind sex. Texte nicht völlig egal und dieses Lied ist mir seit 10 (?) Jahren bekannt. Ich habe (ganz ehrlich!) noch nie auf den Text geachtet. Ich könnte mir gut vorstellen das es vielen Gästen und dem DJ genauso gegangen ist und ich würde die heteronormative „Kraft“ eher gering einschätzen. Mensch kann den Text auch „emanzipatorisch“ verstehen, quasi als umgekehrt „countersexstisch“, indem sich die Frau nun auch zu der selbstverständlichen Anspruchshaltung durchringt, die Männer schon seit Jahrzehnten an den Tag legen (Vgl. Lady Bitch Ray http://www.youtube.com/watch?v=uwWBIXNyfqA).

    @tee
    Dan aufgrund seines Textes als „süß“ zu bezeichnen, offenbart allerdings einiges! Süß, „ach wie niedlich der Kleine“ etc. Dann solle sich mal nicht so haben etc., soll sich mal locker machen, bzw. männlich-hart-souverän als Herr der Lage der über den Dingen steht, cool bleiben usw.
    Haste ein sehr herrkömmliches Bild affirmiert, ist dir klar oder?
    Wenn Dan das Lied stört, dann darf er das auch sagen, so wie eine Frau es selbstverständlich anmahnen dürfte wenn zb. Sexistenkram (alte Aggro B. zb.) gespielt wird.
    Muss sich Mensch nicht bieten lassen, schon garnicht in einer sich links und aufgeklärt gerierenden linken Szene!

    @Muddi
    ohne Worte

    Also obwohl mir persönlich solche Lieder völlig wurscht sind und ich der „heteronormativen Kraft“ warenförmiger Angelegenheiten wie diesem Lied, keinerlei erwänenswerte Relevanz einräume, hat Dan recht.
    Wenn schon „Freiraum“, antisexistische Blogwarterei und „Counterperformance“, denn schon!

    Gleiches Recht für alle.

  4. 4 O)(O 25. April 2009 um 18:07 Uhr

    Nachtrag

    stellt euch mal eine Szeneparty vor auf der ein Lied gespielt wird, indem eine Mann erklärt, keine Frauen mit kleinen Brüsten zu ertragen? („No small titted Women“)
    Da wäre aber großer Butchfrauen-Aufmarsch, 3 Stunden Hardcorepomo Gelaber, bzw. da würden aber die Messer bei so manchem Szenhausmeister in der Tasche aufgehen aufm nächsten Plenum und der Dj bekäm den Hosenboden strammgezogen!

    Immer an den eigenen Ansprüchen messen lassen ihr Szenehengste!

  5. 5 tee 26. April 2009 um 20:47 Uhr

    du bist süss, admin, weil du so sachen schreibst wie:

    ist der Anspruch bei „Short Dick Man“ absolut

    den text aber so übersetzt:

    Ich will keinen Mann mit einem kleinen Schwanz

    na LASS SIE DOCH! hier zu behaupten, sie wolle ihr geschmacksurteil der gesellschaft aufherrschen, ist lächerlich.

  6. 6 tee 26. April 2009 um 20:54 Uhr

    O)(O:

    wenn dan das lied stört kann er es sagen, klar. aber sie steht schlicht auf grosse schwänze, na und? dans in zeilen gegossenes rotwerden und moralisches echauffieren finde ich da eben süss.

    und was du sonst so reinliest in ein „süss“ ist wohl deiner (linken) szeneverblendung zu verschulden. keine angst, das legt sich noch!

  7. 7 O)(O 27. April 2009 um 13:07 Uhr

    @tee
    „gegossenes rotwerden“, eben das meine ich! Würdest du die Empörung einer Frau auch so umschreiben, wenn sie sich über ein Lied mit der Zeile „no small titted women“ aufregt? Ich glaube nicht.

    Ich habe in meinen vorangegangenen Comments schon erwähnt das mir solche Lieder ziemlich wurscht sind und ich lediglich die gleichen Maßstäbe der SzenehausmeisterInnen anmahne, sonst nichts. Im Gegensatz zu Einigen anderen, erwarte ich von der linken Szene auch keinen „Freiraum“. Ich war auch auf der Party und habe das bekommen was ich wollte. Billiges Bier und einen akzeptablen Eintrittspreis, plus das angenehme Fehlen von breitschultrigen Türstehern, sonst nichts.

    Nach dem Anschauen des Videos, halte ich das Lied im übrigen für irobnisch gebrochen:
    http://www.youtube.com/watch?v=dvdMtamUTM4&feature=related

    Zur „antisexistischen Praxis“ der Szene, kann ich nur folgenden Evergreen empfehlen:
    http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web32-4.htm

    und aktuell:
    http://cosmojl.blogsport.de/2009/03/04/ocean-breathes-salty/#more-74

    Soviel zu meiner „linken Szeneverblendung“.

  8. 8 ellie 28. April 2009 um 9:54 Uhr

    Dan, Du solltest in der Tat beim Denken und Schreiben unaufgeregter sein – dann träfen Deine zum Teil berechtigten gesellschaftskritischen Invektiven auch. Würde die Sängerin die Ermordung von Männern mit Mikropenis (2,5 – 3,8 cm./schlaff) fordern, müsste man sie immer noch nicht ernst nehmen, könnte sie aber je nach Ort und Zeit kritisieren. Nur – das tut sie ja nicht. Sie sagt, was sie will. Ich, eher Mann, wollte keine Frau, die sich beim willentlich bekundeten Blasen ziert. Aber wenn Du schöne Menschen und gute Musik willst, dann solltest Du auch nicht ins Exzess, dieser schmodderigen Behausung für stillos Gescheiterte.

  9. 9 TPE 28. April 2009 um 15:10 Uhr

    man(n) kann und sollte dies evtl., im bewusstsein bezüglich der verfasstheit unterschidlicher klassen, als angriff einer klassenvergessenen primitiv feministin auf das männlich geprägte enviroment lesen können. keiner ist kleiner als meiner, ist nätürlich emanzipativer, da mann sich selbst der normativen standarts enthebt – gar unter den wert geht, aber verbale tiefschläge in richtung derer, jede möse antanzenden affen, verschaft der gestressten schwester hier auch mal befriedigung auf level, der körperlichen betrachtung durch das andere geschlecht, welche immer noch vorherschend bleibt. letzten ends fühlst du dich nur gedisst, weil du noch son junger typ bist und mit deim penis haderst ;) *ROFL*

    alf van der flaan – mittwochs bier trinker-

  10. 10 Administrator 28. April 2009 um 16:03 Uhr

    Ein paar Sachen muss ich dann ja doch noch sagen. Ziemlich erschreckend ist es jedenfalls, von den falschen Leuten Recht zu bekommen.
    Ich bestätige glaube ich ganz gerne meine „Szeneverelendung“, wenn das heißt, dass ich einen Text wie „Infantile Inquisition“ als völlig bescheuert betrachte.
    Die ironische Brechung des Videos, kann mensch im Übrigen so rauslesen, muss aber auch nicht sein. Eher würde ich da auch die Lesart von TPE teilen, das macht es aber eben nicht besser, weil ein, wie er ihn ja ganz richtig bezeichnet, Primitiv-Feminismus einer tatsächlichen Emanzipation eher im Weg steht, als ihr zu helfen.
    Naja, ziemlich interessant ist ja jedenfalls, dass hier Kritik aus einer queer-feministischen Perspektive, wie so oft, auf eine persönliche Ebene gezogen wird. Frei nach dem Motto: Aha! Er sagt was dagegen, dass heteronormative Standards in Bezug auf die Schwanzgröße affirmiert werden, dann ist ja alles klar: er muss selber einen kleinen Schwanz haben oder zumindest in der Hinsicht unsicher sein. Alles klar… Wer also Antisemitismus kritisiert, der muss in Wirklichkeit Jude sein (oder zumindest Angst haben einer zu sein).
    Wer so einen Unfug verzapft sollte sich zu Hause nochmal vor ein gutes Buch setzen und lesen, lesen, lesen. Und danach die eigene Alltagspraxis überdenken.
    Achja: ich hadere eigentlich nicht mit meinem Penis. Über diese präpubertäre Phase bin ich dann doch ein bisschen hinaus. Oder habe ich da die Ironie in deinem Beitrag überlesen?

  11. 11 Administrator 28. April 2009 um 16:09 Uhr

    Und noch eine kleine Korrektur meines eigentlichen Blog-Eintrags: Tatsächlich ist der erwähnte deutsche Stimmungshit nicht besser als das Lied von Gilette/20 Fingers, wie zunächst fälschlicherweise von mir behauptet. Beiden ist ein immanenter Zwangscharakter zueigen. Denn natürlich ist hier nur davon die Rede, dass es um den persönlichen Geschmack geht. Wenn der aber zufälligerweise genau den Geschmack einer repressiven Mehrheit (aka heteronormatives Dreckspack) trifft, ist das eben eine Affirmation ebenjenes barbarischen Konsenses.

  12. 12 Administrator 28. April 2009 um 16:31 Uhr

    Außerdem würde ich sagen: es kommt eben auf die Rezension eines Liedes durch die Konsument_innen an und nicht auf die Intention der Verfasserin. Anhand der youtube-Kommentarspalte kann mensch auch ganz gut ablesen, wie diese Rezension bei dem Lied (mit Video) normalerweise verläuft (weit über 200 comments). Von der Behauptung, dass Männer mit kleinen Schwänzen Kinderschänder seien bis zum rassistischen Blödsinn, dass asiatische Männer kleinere Penisse hätten fehlt da nichts. Die einzigen, die überhaupt etwas von female empowerment erzählen, sind die, die sagen, dass in diesem Lied eben kein female empowerment stattfindet.

  13. 13 TPE 28. April 2009 um 18:45 Uhr

    also meine andeutung des harderns, sollte hier nur ein breit grinsender kollegialer rippenstoss darstellen, quasi augenzwingernd etwas verarschend am schluss.

    ich hätte einen absatz machen sollen.

    dass aber bei flatchestgirl, der sufragettenmob wieder das parlament gesprengt hätte, inclusive der anderen befürchteten abläufe, stellt für mich doch auch eine höhere art von legitimation da, handelt es sich doch immer noch um patriachale strukturen, innerhalb deren wir wandeln, auch wenn es mitlerweile an den ladys, wie frauen gerne genannt werden – in der aussenwelt, liegen muss zunehmend differenzierter zu reagieren und mal gelassenheit walten zu lassen.

  14. 14 tee 29. April 2009 um 0:02 Uhr

    „gegossenes rotwerden“, eben das meine ich! Würdest du die Empörung einer Frau auch so umschreiben, wenn sie sich über ein Lied mit der Zeile „no small titted women“ aufregt? Ich glaube nicht.

    ich glaube schon. jedenfalls teile ich deinen (mir unterstellten) sexismus nicht.

  15. 15 tee 29. April 2009 um 0:04 Uhr

    Zur „antisexistischen Praxis“ der Szene, kann ich nur folgenden Evergreen empfehlen:
    http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web32-4.htm
    und aktuell:
    http://cosmojl.blogsport.de/2009/03/04/ocean-breathes-salty/#more-74
    Soviel zu meiner „linken Szeneverblendung“.

    danke für die hervorragende bestätigung!

  16. 16 tee 29. April 2009 um 0:08 Uhr

    Wenn der aber zufälligerweise genau den Geschmack einer repressiven Mehrheit (aka heteronormatives Dreckspack) trifft, ist das eben eine Affirmation ebenjenes barbarischen Konsenses.

    HAHAHAHAHAAAAA!!!

    wenn der zufällig trifft, ist es affirmation? ZUFÄLLIGE AFFIRMATION???

    ps: „barbarisch“?

  17. 17 tee 29. April 2009 um 0:17 Uhr

    Von der Behauptung, dass Männer mit kleinen Schwänzen Kinderschänder seien bis zum rassistischen Blödsinn, dass asiatische Männer kleinere Penisse hätten fehlt da nichts.
    die behauptung wäre rassistisch, wenn man beide zu einer zusammenführt: asiatische männer sind kinderschänder, WEIL sie kleinere penisse haben. die konstatierung einfacher bilologischer unterschiede macht noch keinen rassismus, es braucht den übergang daraus abgeleiteter eigenschaften. das weiss sogar schon wikipedia:

    Rassismus in der einfachsten, biologistischen Bedeutung deutet „Rasse“ als grundsätzlichen bestimmenden Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften. […] Ein Zusammenhang phänotypischer Merkmale mit charakterlichen oder intellektuellen Eigenschaften besitzt jedoch keine wissenschaftliche Grundlage.

    zu behaupten, afrikanische männer hätten dunkle haut, ist auch nicht rassistisch. gefährlich vereinfacht ja, aber nicht rassistisch. „neger sind unkultiviert“ hingegen macht diesen rassistischen übergang von der hautfarbe zum wesensmerkmal.

  18. 18 tee 29. April 2009 um 0:28 Uhr

    Außerdem würde ich sagen: es kommt eben auf die Rezension eines Liedes durch die Konsument_innen an und nicht auf die Intention der Verfasserin.

    sorry, aber das ist der allergrösste blödsinn. wie soll sich die verfasserin denn im vorhinein nach der rezension richten? nur lieder schreiben, die nie und nimmer missverstanden werden könnten? willst du ein allgemeines präventives verbot für geschmacksbekundungen, nur weil die von einem szeneverblendeten publikum wie dir (was (zum glück!) in der absoluten minderheit ist) falsch rezensiert werden könnten?! denk mal drüber nach, auf was für einen pfad du dich hier begibst …

  19. 19 tee 29. April 2009 um 0:32 Uhr

    bei kommentar um 00:17 endet das erste zitat mit „fehlt da nichts.“

    so, die arbeit des freischaltens haste jetzt von deiner kommentarmoderation. selbst schuld :P

  20. 20 Administrator 29. April 2009 um 2:24 Uhr

    Natürlich kommt es bei der Wertung eines Werks (den Begriff benutze ich der Einfachheit halber mal) darauf an, wie es rezensiert wird und nicht wie der/die Künstler_in es gemeint hat. Was intendiert war ist erstmal völlig irrelevant, weil es nicht nachprüfbar ist. Im Zweifelsfall wird die intendierte Aussage eines Werks nie publik, nimm beispielsweise die Mona Lisa – kein Mensch kann sagen, was damit gemeint war, durchaus lässt sich aber sagen, was die Menschen ins Bild hineininterpretieren.
    Deshalb geht es ja auch nicht so sehr darum keine Lieder zu schreiben, die nicht missverstanden werden könnten, aber durchaus darum, sich anzusehen, wie Lieder in der Öffentlichkeit verstanden werden und damit einen adäquaten Umgang zu finden. Achso: ein Verbot habe ich nie gefordert, vielmehr ist mir unbegreiflich gewesen, wie sowas auf einer Antifa-Party laufen kann. Das ist nicht gleichzusetzen mit einem Verbot, wie du es mir unterstellst. Von mir aus können sich irgendwelche Vollpfosten auch gerne zu Hause oder mit ihren Kumpels Landser anhören. Das ist mir genauso egal, wie wenn sich Leute irgendwo im Wald treffen um sich die Schädel einzuschlagen. Aber eine Antifaparty nimmt in der Regel für sich in Anspruch eben nicht der billigere Club zu sein, sondern gewisse Annehmlichkeiten, zu denen nunmal eine politisch bewusste Atmosphäre gehört, zu garantieren.

    6 mal genehmigen klicken ist übrigens nicht so dramatisch ;)

  21. 21 tee 29. April 2009 um 3:02 Uhr

    jaja, ich übertrieb. aber dem publikum einer antifa-party deine wertung (nicht nachweis von irgendwas!) zu unterstellen und daraus einen umgang abzuleiten, den du gern so hättest, ist mehr als vermessen und kommt einer (willkürlichen!) verbotsforderung schon sehr nahe.

    im übrigen halte ich „politisch bewusst“ nicht für ein geeignetes kriterium. denn wenn du dies sein solltest hast du ja bewiesen, dass es nichts taugt. entweder an dem lied gibt es wirklich was zu kritisieren oder nicht. du hast keins der gegenargumente wie das nichtvorhandensein des absoluten anspruchs entkräftet, noch dazu eine affirmation der heteronormierung aus einer zufälligkeit behauptet.

    ergo: kritik – FAIL

    ps: ich gehe ja nun selten auf antifa-parties. sollte ich aber doch mal, werde ich mir garantiert dieses lied wünschen. mit vollem politischen bewusstsein ;)

  22. 22 der Klassensprecher von 1984 29. April 2009 um 3:52 Uhr

    Das gesuchte Wort lautet „Rezeption“.

    Admin: Diesen wiederholten fauxpas meinerseits bitte ich zu entschuldigen. Da habe ich die Worte durcheinandergeworfen… Liegt aber auch allzu nah beieinander.

  23. 23 TPE 29. April 2009 um 16:16 Uhr

    auf manchen antifapartys läuft doch auch mal landser – also warum so schokiert, bei eim bischen porno.!?

    es ist übrigens doch ein emanzipativer ansatz, auch wenn er erst einmal nur eine tür zu neuem selbst bewusstsein öffnet… denn schliesslich haben „wir“ auch ganz primitiv angefangen.

    TPE -godamongdogs-

  24. 24 Administrator 30. April 2009 um 11:07 Uhr

    „Die quasi ausschließliche – und überdies mit soviel Angst erfüllte – Aufmerksamkeit, die der Erektion in der abendländischen Sexualität entgegengebracht wird, beweist, bis zu welchem Grade das sie bestimmende Imaginäre dem Weiblichen fremd ist. Es finden sich darin zum größten Teil nur von der Rivalität zwischen Männern diktierte Imperative: der Stärkste ist der, der ‚am stärksten spannt‘, der den längsten, den steifsten Penis hat, der ‚am weitesten pißt‘ (siehe die Spiele der kleinen Jungen). […] Die Frau ist innerhalb dieses sexuellen Imaginären nichts als eine mehr oder weniger gefällige Stütze für die Inszenierung der männlichen Phantasien. Daß sie dabei Lust empfindet, sofern sie dazu ermächtigt wird, ist möglich und sogar gewiß. Aber diese Lust ist vor allem masoschistische Prostitution ihres Körpers für einen Wunsch, der nicht der ihre ist; das beläßt sie in diesem Zustand der Abhängigkeit vom Mann, den man ihr zuweist. Nicht wissend, was sie will, ist sie zu allem bereit, bettelt sogar immer wieder darum, er möge sie doch als ‚Objekt‘ zur Ausübung seiner eigenen Lust ‚nehmen‘. Sie, sie wird also nicht sagen, was sie begehrt.“

    Luce Irigaray: Das Geschlecht, das nicht eins ist; Berlin 1979; S. 23f

  25. 25 tee 30. April 2009 um 21:58 Uhr

    Aber diese Lust ist vor allem masoschistische Prostitution ihres Körpers für einen Wunsch, der nicht der ihre ist; das beläßt sie in diesem Zustand der Abhängigkeit vom Mann, den man ihr zuweist. Nicht wissend, was sie will, ist sie zu allem bereit, bettelt sogar immer wieder darum, er möge sie doch als ‚Objekt‘ zur Ausübung seiner eigenen Lust ‚nehmen‘. Sie, sie wird also nicht sagen, was sie begehrt.

    ja klar, wenn man frauen von vornherein eine sexuelle selbstbestimmung und eigenes begehren abspricht wie dein zitat hier, dann ist es auch einfach zu behaupten der wunsch nach einem grossen schwanz sei quasi nur ein ausdruck des patriarchats. kein einziges argument, nur sexistische scheisse!

  26. 26 Administrator 01. Mai 2009 um 16:11 Uhr

    Offensichtlich hast du das Zitat nicht ansatzweise verstanden. Und wie ich schon sagte: „Wer so einen Unfug verzapft sollte sich zu Hause nochmal vor ein gutes Buch setzen und lesen, lesen, lesen.“ Die Quelle steht ja dabei.

  27. 27 tee 02. Mai 2009 um 1:08 Uhr

    ich hab das sehr wohl verstanden, hier steht’s:

    Aber diese Lust ist vor allem masoschistische Prostitution ihres Körpers für einen Wunsch, der nicht der ihre ist

    DAS ist unfug. und zwar riesengrosser!

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